"Wir nehmen unsere in der Taufe begründete Berufung ernst!"

Das Zukunftsbild unseres Bistums betont: Kirche ist kein Selbstzweck!

Es gibt sie, weil sie eine wichtige Aufgabe hat, die ihr von Christus gegeben ist: Sie soll den Menschen in dieser Welt vermitteln, dass sie göttliche „Heilskräfte“ (Gaudium et Spes 3) in sich tragen.

Gottes Kraft ist kein Besitz der Kirche; sie ist allen Menschen gegeben. Es liegt an uns, dies bewusst zu machen und mit vielen anderen gemeinsam die Welt zu gestalten. Nur dafür gibt es unsere Kirche. „Kein irdischer Machtwille“ soll sie bestimmen, sondern allein die Aufgabe, „unter Führung des Geistes [...] das Werk Christi selbst weiterzuführen [...]; zu retten, nicht zu richten; zu dienen, nicht sich bedienen zu lassen“ (GS 3).

Diesem Grundsatz fühlt sich die Konzeption der Ehrenamtsarbeit unseres Bistums verpflichtet und will sich deshalb an dem unausgeschöpften Charismenpotential der vielen Christinnen und Christen unseres Bistums orientieren.

Jeder Christ "trägt die Berührung durch Gott in sich", eine einzigartige Aufgabe, Lebensform, ja Berufung, die Gott jedem Menschen bei seinem Eintritt ins Leben schenkt. Wir gehen davon aus, dass Gott durch seinen Heiligen Geist die Herzen der Menschen berührt hat und immerzu berührt. Eine Christin, ein Christ tragen „die Berührung durch Gott in sich.“ Wir gehen davon aus, dass Gott jedem Menschen bei seiner Berufung ins Leben eine einzigartige Aufgabe, Lebensform, ja eine persönliche Berufung schenkt.

Diesen persönlichen Ruf der Liebe zu entdecken, zu reflektieren, ihn dann unterstützend zu entfalten, um ihm schließlich auch Räume verschaffen, diesen Ruf zu ermöglichen, darin sieht das Ehrenamtskonzept seine herausragende Aufgabe. 

© KNSY - Ch. Kniel & N. Synnatzschke / Bistum Essen